Bisphenole werden bei der Herstellung von Kunststoffen eingesetzt.
Bisphenol A (BPA) dient z.B. in Polycarbonaten und Epoxidharzen als Monomer wird aber auch additiv als Antioxidans in Weichmachern oder Entwicklersubstanz in Thermopapieren gebraucht. Typische Einsatzgebiete mit Lebensmittelkontakt sind Getränkeflaschen, Essgeschirr, Vorratsbehälter sowie Innenbeschichtungen für Getränke- und Konservendosen.
Bisphenol S (BPS) ist Ausgangsprodukt für Kunststoffe wie Polyethersulfone, wird ferner auch wie Bisphenol A additiv als Farbbildner in Thermopapier verwendet. Typischer Anwendungsbereich mit Lebensmittelkontakt sind Babyflaschen.
Bisphenol F (BPF) findet sich in erster Linie in Epoxidharzbeschichtungen wieder.
Bisphenole können durch mechanische, chemische und thermische Beanspruchung wieder aus den Polymeren freigesetzt werden und auf diese Weise in Lebensmittel und Umwelt gelangen. Über den additiven Einsatz im Thermopapier kommen sie in den Recyclingkreislauf und damit auch in Verpackungsmaterialen.
Bisphenol A wirkt ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen und beeinflusst Fortpflanzung und Gehirnentwicklung (Zsarnovszky et al.; 2005). Bisphenol S, ein von vielen Unternehmen favorisierter möglicher Ersatzstoff für BPA, ist bisher nur wenig untersucht. In der Umwelt schwerer abbaubar als BPA, zeigte es nach einem einzigen Labortest eine vergleichbare östrogene Wirkung (Umwelt Briefe; Ausgabe 14/10, 22. Juli 2010). Bisphenol F wurde ebenfalls bisher nur wenig untersucht. Einzelne Studien zeigen aber eine ähnliche endokrine Aktivität wie BPA (Schultis, Metzger; 2003).
Die PiCA Prüfinstitut Chemische Analytik GmbH hat ein Verfahren zur quantitativen Bestimmung von Bisphenol A, Bisphenol F und Bisphenol S in Materialproben entwickelt. Daneben führt die PiCA Prüfinstitut Chemische Analytik GmbH Migrationsuntersuchungen nach EU VO Nr. 10/2011 durch, um den Stoffübergang aus Kunststoffen in Lebensmittel zu bestimmen.
